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Politiker wollen an Kindern mit Diabetes sparen!

Montag, Februar 18, 2008

(Foto: savanna)

Etwa 25.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland haben Diabetes.

Diabetes ist eine Stoffwechselstörung. Und wer Diabetes vom Typ 1 hat, bei dem produziert die Bauchspeicheldrüse kein eigenes Insulin mehr. Dann muss das Insulin von außen gegeben werden, mit einer kleinen Spritze oder über eine Insulinpumpe. Das Insulin sorgt dafür, dass die Nahrung richtig vom Körper aufgenommen werden kann und senkt den Blutzuckerwert. Kinder mit Diabetes müssen sich deshalb zu jedem Essen Insulin geben. Davon gibt es zwei Sorten: ein schnelles und ein langsames.

Die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen mit Diabetes verwendet ein „Schnelles Insulin“, denn damit muss man zwischen dem Insulin geben und dem Essen gar nicht oder nicht so lange warten, bis es wirkt. Anders beim „Normalen Insulin“: wer da nach der Schule einen riesen Hunger hat, muss zwischen Insulin und Essen mindestens eine halbe Stunde warten – nicht selten sogar länger! Nämlich dann, wenn der Blutzuckerwert hoch ist und einfach nicht runtergehen will.

3 Ampullen Schnelles Insulin kosten 69,13 Euro.

3 Ampullen Langsames Insulin kosten 52,51 Euro.*

Macht einen Unterschied von 16,62 Euro.

16,52 Euro für mehr Lebensqualität für Kinder, deren Alltag sich rund um die Uhr um gute Blutzuckerwerte dreht und die mit einem schnellen Insulin fast so gut essen und leben können, wie Kinder ohne Diabetes.

Weil aber jedes Jahr weitere 2.000 Kinder Diabetes bekommen und die Zahl der Diabetiker somit steigt, wollen die Politiker nun schon einmal mit Sparmaßnahmen vorsorgen: am 21.Februar soll ein Beschluss gefaßt werden, damit Kindern vom Arzt in Zukunft nur noch langsames Insulin verschrieben werden darf.

Weil es billiger ist.

Ist das die „Politik für Kinder und Jugendliche“, von der die Familienministerin Usula von der Leyen so schwärmt?

Wenn ja, dann sollte sie sich diese einleitenden Sätze auf ihrer Internetseite noch einmal genauer anschauen:

„Die Bundesregierung stellt die Förderung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen und deren Familien in den Mittelpunkt ihres Handelns.

Alle Kinder und Jugendlichen sollen von Anfang an gleiche Chancen haben, ihre vielfältigen Fähigkeiten und Talente zu entwickeln. Es geht der Bundesregierung um die verlässliche und kompetente Unterstützung aller Kinder, die in diese Gesellschaft hineinwachsen. Und es geht um die gemeinsame Zukunft, um die Chancen für das ganze Land.“

Alle Kinder sollen die gleichen Chancen haben.

Vielleicht kann Frau von der Leyen das noch mal erklären. Einem vierjährigen Kind mit Diabetes zum Beispiel, das über vier oder fünf Stunden nichts essen darf, weil das langsame Insulin seinen Blutzuckerspiegel immer noch nicht gesenkt hat.

Wenn dieser Beschluß gegen die Verschreibung schneller Insuline für Kinder und Jugendliche mit Diabetes gefasst werden sollte, darf die Bundesregierung nicht weiter behaupten, es gehe „der Bundesregierung um die verlässliche und kompetente Unterstützung aller Kinder„.

Denn sie wäre die einzige Regierung in Europa, die Kindern das schnelle Insulin nicht mehr erstattet. Sie wäre eine Regierung, die an der Gesundheit und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen spart. Kinder sind die Ärmsten des Landes, sie verdienen noch kein Geld. Aber sie verdienen alle Unterstützung ihrer Regierung.

Vielleicht werden aus ihnen morgen bessere Politiker, als wir sie heute kennen.

***

Weil wir nicht alles, was sich die Politiker so ausdenken, einfach hinnehmen müssen, haben wir Bürger die Möglichkeit, bei der Regierung Petitionen einzureichen und uns zu beschweren.

Das geht auch im Falle der Kinder mit Diabetes, denen die Regierung kein schnelles Insulin mehr bezahlen möchte. Wenn ihr sie unterstützen wollt, könnt ihr die Petition hier unterzeichnen:

zur Petition.

***

*Quelle: Venlo Apotheek

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