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Der Dalai Lama kommt

Donnerstag, Juli 19, 2007

(Foto: vipeldo… der tatsächlich im selben Flieger von NY nach Helsinki saß, wie der Dalai Lama)

Kein Wunder. Ist doch der Dalai Lama, laut „Spiegel“, ein Gott zum Anfassen.

Natürlich habe ich auch schon das ein oder andere Buch vom 14. Dalai Lama gelesen. Die Bücher des tibetischen Oberhaupts kommen gern zu einem, wenn man nach dem Sinn des Lebens sucht. Und den suche in unserer Gesellschaft manchmal nicht nur ich – sondern viele! Immer mehr sogar. Doch immer Weniger finden die Antworten darauf in der Lehre des Christentums, was den Kirchenvertretern Angst bereitet.

Obwohl sich alle Religionen und Glaubensrichtungen im Kern gleichen, spricht gerade der Buddhismus zunehmend westliche Gesellschaften an. In Deutschland soll der Dalai Lama laut einer Umfrage beliebter sein, als der Papst. Das hat Gründe.

Heute kommt der Tibeter für 10 Tage nach Deutschland. Wer es schafft, kann ihn in Hamburg live erleben (Schüler und Studenten erhalten verbilligten Eintritt) und sich fragen:

Was hat der Dalai Lama, was der Papst nicht hat?


Mitgefühl, Gewaltlosigkeit und Toleranz – dafür steht der Buddhismus. Und vielleicht spricht uns gerade diese Glaubenskultur so stark an, weil sie „die älteste gewaltfreie Bewegung ist und diejenige, die dem Anliegen der Gewaltlosigkeit in ihrer Geschichte auch am meisten gerecht wurde“.

Der Buddhismus spricht nicht nur von Gewaltlosigkeit, er lebt sie auch. Das können die meisten Religionen von sich nicht behaupten. So gab es immer wieder Glaubenskriege und für manchen gibt es – immer noch – den „Heiligen Krieg“. In seiner 2500-jährigen Geschichte ist durch Buddhisten nicht ein Angriffskrieg entstanden. Buddhisten kämpften nie, um andere von ihren religiösen Weisheiten zu überzeugen. Bestehende und neue Religionen wurden und werden stets toleriert. Kämpfe, in welche Buddhisten verwickelt waren, hatten politische oder soziale Gründe.

Und so weist auch der Dalai Lama bei seinen Reisen um die Welt alle Bewunderer stets darauf hin, sie mögen die eigene Kultur bewahren und sich den eigenen Religionen zuwenden. Er behauptet sich nicht, stellt keine Alleinansprüche an einen einzig wahren Glauben und wertet andere damit ab. Gerade das ist vorbildlich. Und vielleicht etwas, was auch ein Papst Benedikt von ihm lernen kann.

Denn Joseph Alois Ratzinger, das weltliche Kirchenoberhaupt der Katholiken, hatte noch vor einer Woche in einer Rede bekräftigt, die katholische Kirche sei die einzige christliche Religion. Die Protestanten waren, obwohl er damit nichts Neues verkündete, irritiert, blieben aber weitestgehend gelassen. Für nützlich hat seine Aussage wohl niemand gehalten, vor allem nicht, weil es allgemein mit der Ökumene in vielen Ländern prima klappt.

Während der Dalai Lama jetzt in Hamburg weilt, werden buddhistische Nonnen auf einem eigenen Kongress über die Stärkung der Rechte von Buddhistinnen reden. Denn wie im Christentum und in anderen Religionen auch, dürfen Frauen im Buddhismus bislang keine Priesterinnen werden. Der Dalai Lama indes, so wird behauptet, stehe dem jedoch offen gegenüber und könnte noch in Hamburg für eine Änderung buddhistischer Sitten sorgen. Und so vermutet ebenfalls „Die Zeit“, der kommende 15. Dalai Lama könne womöglich sogar als Frau wiedergeboren werden.

Es scheint, der Dalai Lama ist der einzige Mensch – zumindest der einzige Glaubensführer auf unserer Welt – der wirklich Frieden in sich trägt. Und eben das macht ihn liebenswert.

Lese dazu:

Dalai Lama

Tibet

Der Zug nach Tibet

Links:

Der Beitrag des Buddhismus zur Überwindung der Gewalt

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