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Guter Gipfel, schlechter Gipfel

Freitag, Juni 8, 2007

(Foto: net_efekt)

Jetzt ist er fast vorbei, der Gipfel.

Ob es tatsächlich die Ziele der G8 waren, die Bush durch den Magen gingen, wie ich vermutet hatte, oder warum er sonst kurzzeitig mit einer Magenverstimmung im Bett liegen musste, das weiß ich nicht. Wenn es aber wirklich daran gelegen haben sollte, dass ihm selbst dieser kleine Schritt in Richtung Klimaschutz Bauchschmerzen bereitet, dann ist es um ihn schlecht gestellt.

Der Gipfel, der Gipfel.

Vieles sollte besprochen und geklärt werden – in drei Tagen. Tausende Journalisten sind nach Heiligendamm gefahren, um darüber zu berichten. Und nun wundert man sich, was am Ende dabei raus kam: Nicht viel. Das war aber eigentlich schon vorher klar.

Ob es nun ein guter oder ein schlechter Gipfel war, hängt wohl von der eigenen Meinung des Einzelnen ab.

Hier eine Zusammenfassung.

Es war ein guter Gipfel, denn…

  • bis 2050 wollen die sieben führenden Industrienationen und Russland eine Halbierung der Emission von Treibhausgasen in Betracht ziehen
  • es sollen Verhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen stattfinden – und man will so wichtige Schwellenländer und Klimasünder wie China und Indien einbinden
  • die USA haben anerkannt, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wordenist
  • die Staatschefs seien übereingekommen, dass verpflichtende Ziele notwendig sind
  • die Verhandlungen darüber sollen nicht irgendwann, sondern schon auf der Umweltkonferenz in Bali Ende dieses Jahres beginnen
  • die USA haben erstmals den UN-Bericht zum Klimawandel anerkannt
  • die G8-Staats- und Regierungschefs wollen Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika bekämpfen, sie haben dafür 60 Milliarden Euro zugesagt
  • der Zaun steht noch

Es war ein schlechter Gipfel, denn…

  • eine Halbierung der Emission von Treibhausgasen in Betracht ziehen heißt: man kann ja mal drüber nachdenken. Konkrete Zielvorgaben beim Klimaschutz wurden nicht beschlossen
  • „Am Klimaproblem gemessen ist das Ergebnis überaus mager“, so der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Dringend erforderlich seien eine Reduzierung um 80 Prozent in den Industrienationen und verbindliche Ziele in mehreren Schritten
  • „Was wir brauchen, sind verbindliche Vorgaben. Alles andere ist kein Erfolg, sondern ein Aufschieben der Probleme in die Zukunft“, so GREENPEACE.
  • schnelles und entschiedenes Handeln sei erforderlich, kein Herausschieben auf 2050, so ATTAC. „In dieser Zeit werden weitere Millionen Menschen von den Folgen des Klimawandels wie Wassermangel, extremen Wetterereignissen und steigenden Meeresspiegeln in ihrer Existenz bedroht oder ihrer beraubt.“
  • die G8-Staats- und Regierungschefs wollen Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika bekämpfen. Sie haben dafür 60 Milliarden Euro zugesagt. Aber alle anderen Beschlüsse enthalten nichts Neues. Man verpflichtet sich lediglich, einzuhalten, was lange verabredet war

Summasumarum ein prima Zitat aus dem „Tages-Anzeiger“ (Schweiz):

„Was die Mächtigen (…) als Erfolg verkauften, dient primär der Gesichtswahrung: Dank unverbindlichen Erklärungen steht Gastgeberin Merkel nicht mit leeren Händen da. Bushs Bereitschaft, unter dem Dach der Uno nun doch an einer Nachfolgeregel für das Kyoto-Protokoll mitzuarbeiten, lässt ihn nicht als Buhmann abreisen. Für die Uno-Klimakonferenz in Bali ist dies allerdings ein schwaches Signal. (…) Merkel hat ihr weltpolitisches Gewicht im Umweltschutz überschätzt.“

Und was denkt ihr über den G8-Gipfel?? 

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