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Die Wahrheit über Podcasts

Montag, Januar 29, 2007

Die ARD-Studie, über die ich HIER berichtet habe, brachte mich zum Nachdenken.

Das Fazit, dass die ARD aus ihrer Studie zieht, lautet schlicht:

Podcasts sind eine sinnvolle Ergänzung des Rundfunks.

Für die ARD mag das so sein. In Wahrheit sind Podcasts aber viel mehr als das.

Natürlich gibt es:

Öffentlich-rechtliche Podcasts

„Podcasting ist eine Chance, mit den hochwertigen Sendungen und Beiträgen der vielfältigen ARD-Radioangebote, also mit unseren Marken, noch mehr Hörer zu erreichen und für uns zu gewinnen. Gleichzeitig sind unsere Podcasts die beste Werbung für die klassischen linear verbreiteten Radioprogramme.“

Meint Hörfunkdirektor Frank Johannsen vom Saarländischen Rundfunk.

Besonders deutlich profitieren die Informations- und Kulturprogramme der ARD von der Möglichkeit, Sendungen oder Einzelbeiträge im Podcast zum Abruf bereitzustellen.

Podcasts im Sinne der ARD beruhen also auf der Zweitverwertung: Sendungen, die bereits im Radio oder Fernsehen ausgestrahlt wurden, werden ganz oder als Ausschnitt ins Internet gestellt und dort Podcast genannt. Sie sind keine extra für das Internet produzierten Audio-Dateien, sondern alte Konserven. Den eigenen Hörern soll damit ermöglicht werden, verpasste Sendungen im Internet jedezeit abrufen zu können.

Echte Podcasts sind das aber nicht.

Echte Podcasts sind:

Unabhängige – Alternative oder auch Underground Podcasts

Denn Podcasts sind ein ganz eigenes Medium.

Originale, echte oder wahre Podcasts sind Audiodateien, die extra und nur für das Internet produziert wurden.

Podcaster nehmen einen Audiobeitrag (ein Musikstück, eine Rede, ein Interview oder eine Sendung) auf, speichern es als MP3 und veröffentlichen es in einem Weblog. Diese Sendungen sind also ganz eigene Produktionen mit ganz persönlicher Handschrift. Sie werden als selbständiges und eigenes Produkt für das Internet aufgenommen.

In ihren Ideen sind diese Podcaster ebenso kreativ wie wild.

Mittlerweile gibt es auch im deutschen Internet hunderte von gut umgesetzten Podcasts, die ihre feste Hörerschaft haben. Sie erscheinen regelmäßig und bieten eine Alternative zu Radio und TV. Sie informieren und unterhalten auf individuelle Art.

Und eben das macht sie aus: Podcasts im eigentlichen Sinne sind etwas Neues, das gerade dabei ist, sich zu entwickeln und zu formen.

Immer mehr Internetnutzer hören Podcasts regelmäßig.

Sollte die ARD für die Studie hauptsächlich Teilnehmer auf den Seiten der ARD-Anstalten befragt haben, dann sind dies automatisch Personen, die deren Angebote zumindest kennen und ihnen nicht kritisch gegenüber stehen.

Vielleicht wissen die Befragten der Studie nur wenig über den Hintergrund von Podcasts. Oder glauben, die Konserven der ARD allein machten Podcasting aus.

Daneben aber gibt es einen großen Anteil derjenigen Nutzer, die keine öffentlich-rechtlichen Angebote mehr hören, weil sie alternative Podcasts gefunden haben.*

Das ist auch der ARD bewußt.

Wie sich das Medium Podcast tatsächlich weiterentwickeln und ob die ARD-Studie Recht behalten wird, darf mit Spannung verfolgt werden.

(*Um die zu finden, muss man in den Podcast-Verzeichnissen (Podster, ITunes, dopcast) allerdings wirklich suchen. Denn: Kommerzielle Podcasts haben ihren Bekanntheitsgrad genutzt und sich dort wirklich breit gemacht.)

Links:

„Der Podcaster“ – PDF-Magazin rund um Podcasting

„Der ganze Rest“ – VideoPodcast von Thorsten Anders

(Ausgabe: „Was ist dieses verdammte Podcasting denn eigentlich?“)

Podpirates – Freibeuter im Meer der Medien

Podcast Journal – das Audio-Magazin für alle Podcast-Macher und Podcast-Hörer

Podster – Podcastverzeichnis & Podcaster Forum

Podcast Club

– – –

Alternative Podcasts:

Hoppes Welt

Die 3 Fragezeichen Fanhörspiele

Lemotox – Die Volksentdummung

Happy Shooting

Filme und so

Grossstadtpoesie

Betreff: Liebe

Couchpotatoes

Podcastcafé

In China da essen sie Hunde

… aber es gibt viele, viele mehr!

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