Home

Hintergründe zu Nordkorea

Dienstag, Oktober 24, 2006

(Foto: the trollshard)

Der Diktator Kim Jong Il ist in Nordkorea allgegenwärtig – auf Postern, Fotos oder als Statue. Weil er das so will und Verehrung erwartet. Fast jeder Nordkoreaner trägt sicherheitshalber auch einen Pin mit dem Bildnis seines Herrschers.



Die Entstehung Nordkoreas und die Herrschaft Kim Il Sungs

1994 übernahm Kim Jong Il das Kommando über Nordkorea von seinem Vater Kim Il Sung. Der frühere Machthaber hatte das Land nach dem Zweiten Weltkrieg von der Herrschaft Japans befreit und dafür waren ihm seine Untertanen immerwährend dankbar.

Das Land Korea wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von den Besatzungsmächten geteilt: in Nord- und Südkorea. Der Süden wurde damals von amerikanischen Truppen besetzt, der Norden von der Sowjetunion. Damit einher gingen die unterschiedlichen politischen Ausrichtungen Nord- und Südkoreas. Nordkorea wurde zum kommunistischen Regime, Kim Il Sung baute seine absolute Macht stetig aus und wurde zum allein herrschenden Führer Nordkoreas. Weitere Regierungsämter übertrug er den eigenen Familienmitgliedern und befreundeten Clans. Südkorea orientierte sich hingegen am Westen.

Kim Il Sungs Plan war, Herrscher eines wiedervereinigten Koreas zu werden. Als ‚Großer Führer‘ versuchte Kim Il Sung daher zwischen 1950 und 1953 Südkorea zu besetzen und einzunehmen, was ihm allerdings misslang. Die USA und Japan kamen Südkorea zu Hilfe. Auch die militärische Unterstützung des kommunistischen Bruderstaates und Nachbarn China verhalf ihm nicht zum Sieg. Zurück blieb eine stärker denn je verhärtete Front zwischen Nord- und Südkorea, ohne Handel, Post- und Telefonverbindung und mit nur geringem Besucherverkehr.

Zum Alleingang Kim Il Sungs gehörte es auch, China und der Sowjetunion zugewandte Parteimitglieder zu entlassen, um seine eigene Position zu stärken. China und die Sowjetunion drohten ihm daraufhin mit seiner Absetzung. Daraufhin machte er zwar kurzweilige Zugeständnissen an die ‚Bruderstaaten’, aber der Weg Nordkoreas führte schließlich doch zur unangefochtenen Macht des Diktators und damit zur Abschirmung. Für diese Politik erfuhr das Land schnell internationale Ablehnung und wirtschaftliche Blockaden. Der wirtschaftliche Erfolg Südkoreas wurde von Kim Il Sung daher vor der Bevölkerung Nordkoreas geheim gehalten.

Bis heute wird die Grenze zwischen Nord- und Südkorea streng überwacht, denn immer wieder hat es dort seit dem Waffenstillstand von 1953 Zwischenfälle gegeben. Kim Il Sung attackierte Südkorea auf brutalste Weise und versuchte immer wieder, in das Land einzudringen. Zudem ließ er in den 60-er Jahren ein militärisches U-Boot der USA vor der Küste Nordkoreas kapern und ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug abschießen.

Kim Il Sung wurde dennoch als Kultfigur und Urheber eines nordkoreanischen Kommunismus von der eigenen Bevölkerung verehrt und gefeiert. Allerdings kann man nicht genau sagen, ob die Menschen in einem Land, welches von einem Diktator beherrscht wird, dies aus wirklicher Überzeugung tun. Regierungen wie jene in Nordkorea dulden keine Freiheit und keinen Widerspruch. Jeder, der gegen den Diktator und seine Politik spricht, muss mit höchsten Strafen rechnen. Damit wird die Meinung des Einzelnen unterdrückt. Solche Regierungen nennt man auch „Totalitäres Regime“.

Drei Jahre lang trauerte das Volk um den Großen Führer, den es wie einen Gott anbetete – und dankte für den Sohn, der ihm geschenkt wurde. Kim Jong Il aber änderte den Kurs seines Vaters nicht, als er 1994 die Regierung Nordkoreas übernahm und führt bis heute den harten Kurs seines Vaters fort.

Nordkorea unter Kim Jong Il und der ‚Atompoker‘ mit den USA

Die Regierung unter Kim Jong Il wurde zum Beispiel einer in großem Stil geübten Verbreitung von Falschgeld überführt. Und schon viele Jahre verkauft Nordkorea nachweislich Raketentechnik an die übelsten Regime der Welt. Seine Macht ruht auf dem Militär, dass er in regelmäßigen Abständen in überdimensional großen Paraden antreten lässt. Das nennt man Propaganda.

Als nach dem Terroranschlag in New York US-Präsident Bush über Nordkorea und den Iran von der „Achse des Bösen“ sprach und verkündete, die USA würden von nun an auch gegebenenfalls zur Vorbeugung der eigenen Sicherheit gefährliche Staaten angreifen, fühlte sich Kim Jong Il in direkter Weise bedroht. Nordkorea rüstet seither – so wird vermutet – noch stärker auf. Vielleicht aber hat es das ohnehin seit je her getan:

Kurz bevor Kim Jong Il an die Macht kam, gab es bereits einen so genannten ‚Atompoker’ zwischen Nordkorea und den USA. Sein Vater Kim Il Sung provozierte Amerika unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton so lange, bis dieser schließlich Zugeständnisse machte. Damit Nordkorea die weitere Produktion von Atomwaffen einstellte, bekam es zwei Atomkraftwerke, um Strom zu erzeugen, und die Zusage für diplomatische Beziehungen. Ob Nordkorea sich tatsächlich an die Abmachungen hielt, ist ungewiss. George Bush warf Nordkorea im Jahre 2002 jedenfalls offiziell vor, die Atomabmachung von 1994 gebrochen zu haben und heimlich Uran anzureichern. Beweise dafür gibt es bis heute aber nicht.
Alle politischen und wirtschaftlichen Beziehungen wurden daraufhin abgebrochen.

Für das ohnehin arme Nordkorea bedeuteten die wirtschaftlichen Blockaden einen harten Schlag.

Kim Jong Il setze auf die alte Taktik. Atominspektoren wurden aus dem Land gewiesen und Nordkorea verkündete, sein Atomprogramm wieder aufzunehmen. 2005 erklärte Nordkoreas Führer sein Land offiziell zur Atommacht. Damit wollte er Druck auf die USA ausüben und seine Herrschaft sichern. Zudem verfolgt er die Strategie, zur eigenen Atommacht zu werden, um dann auf Augenhöhe mit den USA verhandeln zu können. Vermutet wird aber auch, dass die Absicht Kim Jong Ils noch viel weiter geht: die in Südkorea stationierten US-Truppen, die die Grenze zwischen Nord- und Südkorea bis heute bewachen, sollen abgezogen werden. Damit käme er seinem großen Ziel, die Besetzung Südkoreas und die Herrschaft über ganz Korea, zum Greifen nah. Und das, obwohl Südkorea die arme nordkoreanische Bevölkerung seit Jahren mit finanziellen Hilfen und Nahrungsmitteln unterstützt.

Da die USA in den letzten Jahren auf die atomaren Drohgebärden Nordkoreas bislang jedoch nicht wirklich einging, kam Kim Jong Il an dem Atomtest nicht vorbei, heißt es. Auch wenn klar ist, dass Nordkoreas Atomwaffen für militärische Zwecke völlig ungeeignet sind.

Amerika hat die Erpressungsversuche Nordkoreas konsequent ignoriert. Dem amerikanischen Präsidenten Bush wird dennoch vorgeworfen, er habe mit seinen Blockaden gegenüber Nordkorea nichts erreicht. Bushs Politik habe die diplomatischen Möglichkeiten der Verhandlungen ungeachtet gelassen und zudem nicht zur Schwächung Kim Jong Ils geführt.

Die Weltgemeinschaft ist sich einig, Nordkorea für sein Handeln zu bestrafen. Kim Jong Il indes will weitere Atomtests nur dann unterlassen, wenn er sich von den USA nicht weiter provoziert fühle und diese die Finanzblockaden zu Nordkorea einstelle.

Nordkoreas Führer Kim Jong Il lebt, so heißt es, in Saus und Braus und verschwendet für sich und seine Familie Millionen. Den Rest steckt er in großangelegte Propaganda und in Militär und Rüstung.

Über das Land Nordkorea, heißt es in einem aktuellen Bericht der UNO:

Die angespannte Situation der Lebensmittelversorgung, die Nordkorea seit Mitte der 90er Jahre verspürt, hat sich nach den jüngsten Nukleartests weiter zugespitzt.

Die Situation mit der Lebensmittelversorgung hat sich 2006 nach größeren Überschwemmungen, Raketen- und Nukleartests in Nordkorea weiter verschärft.

Einige nichtstaatliche Organisationen, die dem Land humanitäre Hilfe erweisen, haben ihre Hilfe bis auf weiteres eingestellt.

Zuvor hatte Nordkorea die internationale Lebensmittelhilfe abgelehnt.

Rund zwei Millionen Einwohner haben 2005 die Folgen der Einschränkung des Getreideimports und der ausländischen Lebensmittelhilfe zu spüren bekommen.

Gleichzeitig beseitigen die Behörden alle Getreidemärkte im Lande mit der Begründung, auf diese Weise Kontrolle über die Wirtschaft wiederherstellen zu wollen.“

Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: