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Wegen Kritik an Bush: US-Agenten nehmen Schülerin fest

Samstag, Oktober 14, 2006

Es gibt Nachrichten, bei denen man sich fragt, ob es sich dabei vielleicht eher um einen schlechten Scherz handelt. Diese zum Beispiel:

Eine 14-jährige Schülerin hatte auf ihrer Internetseite bei „My Space“ eine Fotokollage veröffentlicht, auf der in der Hand von Präsident Bush ein Messer steckt. Darunter stand „tötet Bush“. Das ist natürlich daneben.
Aber nun wurde sie während des Biologieunterrichts von US-Agenten festgenommen und abgeführt, da der Geheimdienst befürchtet, sie plane, US-Präsident Bush etwas anzutun. „Ich bin sehr friedlich“, versicherte die Schülerin bei ihrer Festnahme, „Ich kann nur Bush einfach nicht leiden „.

So gesehen müsste es viele Festnahmen in Amerika geben.

Schließlich wird die offene Kritik an dem Präsidenten immer lauter.

Auch immer mehr amerikanische Schüler äußern ihren politischen Unmut gegen ihren Regierungschef. Noch im August hatte ein 13-jähriger Schüler per Gericht durchgesetzt, seine Meinungsfreiheit über ein T-Shirt ausdrücken zu dürfen, auf dem der Präsident als drogenkonsumierende Huhn-Karrikatur abgedruckt war. Der Schüler hatte den Streit gegen die Schule gewonnen, weil das Gericht auf die in der amerikanischen Verfassung fest verankerte „Freedom of speech“ (Meinungsfreiheit) hinwies. Diese wird in der amerikanischen Demokratie als hohes Gut angesehen. Das Bild auf dem T-Shirt vermittele eine politische Botschaft, hies es deshalb damals in der Begründung des Gerichts.

Vielleicht ist der Grund für die Festnahme der Schülerin aber darin zu finden, dass der Präsident nach den jüngsten Gewalttaten an amerikanischen Schulen im Oktober gefordert hat, potenziell gefährliche Schüler aufmerksamer zu beobachten. Bush hatte Lehrer und Eltern zu mehr Wachsamkeit ermahnt. Erwachsene sollten schnell und entschlossen einschreiten, wenn bei bestimmten Kindern Anzeichen von Gewalttätigkeit zu entdecken seien.

Aber gleich mit Agenten? Ein Blick auf das Foto der festgenommenen Schülerin läßt nur schwer darauf schließen, dass sie ihren Spruch wirklich in die Tat umsetzen würde.

Ob der Präsident selbst die Festnahme der 14-jährigen Schülerin angeordnet hat, ist noch unklar. Eine Stellungnahme vom Weissen Haus gab es noch nicht.

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