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Weltkindertag: Luftballons, Fähnchen – und dann?

Freitag, September 22, 2006

(Foto: flickr)

Am Mittwoch war in Deutschland – wie jedes Jahr am 20. September – „Weltkindertag“.

Der wurde 1954 von den Vereinten Nationen (UNO, United Nations Organisation) ins Leben gerufen, und das ist auch gut so. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF erinnert damit jedes Jahr die Regierungen an ihre Pflicht, allen Kindern auf der Erde ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Seit dem hat sich für die Kinder auf der ganzen Welt vieles zum Guten verändert. Ziel des Weltkindertages ist es, dass die Rechte der Kinder gehört und auch umgesetzt werden.

Der Weltkindertag wird groß gefeiert. Und dann?

Was passiert nach der Party für die Kinder in Deutschland – an den restlichen 364 Tagen im Jahr?

Deutschland ist ein Wohlstandsland – eines der Länder, in denen es Kindern verhältnismäßig gut geht. Kein Kind muss wirklich hungern und jedes Kind erhält Bildung. Das ist leider in vielen Ländern nicht so.

Dennoch gibt es auch in Deutschland viele arme Kinder – 2,5 Millionen etwa! Sie haben zu essen und gehen zur Schule, aber sie haben kein Geld für Dinge, die in unserer Gesellschaft selbstverständlich sind: ins Kino gehen zum Beispiel, oder ein Buch kaufen, in die Ferien fahren. Nicht einmal Schuhe können sie kaufen, wenn die alten kaputt sind. Ihre Ernährung ist außerdem mangelhaft und dies beeinträchtigt ihre Gesundheit.
Zwar gibt es immer wieder laute Rufe von UNICEF, dem Deutschen Kinderschutzbund oder anderen Kinderorganisationen, aber bislang haben die Politiker darauf noch nicht reagiert.

Gefordert wird zum Beispiel ein elternunabhängiges Geld für Kinder, das ihnen unabhängig von den Einkommen ihrer Eltern gezahlt wird. Kinder von Hartz IV-Betroffenen müssen nämlich ihr Kindergeld und ihren Unterhalt mit den Eltern in einen Topf werfen. Alles wird vom Staat zusammengerechnet. Damit geht das Geld, das eigentlich für die Kinder bestimmt ist, für Miete, Strom und andere Rechnungen weg. Ein Einspruch dagegen liegt dem Bundestag seit März bereits vor, reagiert hat er darauf noch nicht.

Auch gibt es in Deutschland immer wieder Nachbarn, die sich über spielende Kinder aufregen. In manchen Hausordnungen steht sogar, Kinder sollen immer leise sein. Es gibt aber viele Urteile von Gerichten, die das ablehnen (Hier und Hier ). Denn wo Kinder wohnen, müssen sie auch spielen dürfen!

Wie erlebt ihr es als Kinder in Deutschland? Seit ihr zufrieden? Was wünscht ihr euch?

Schreibt uns eure Meinung!

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Und hier sind

Deine Rechte der UN-Kinderrechtskonvention zusammengefasst:

  1. Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht
  2. Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit
  3. Das Recht auf Gesundheit
  4. Das Recht auf Bildung und Ausbildung
  5. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung
  6. Das Recht, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln
  7. Das Recht auf eine Privatsphäre und eine Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens
  8. Das Recht auf sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung
  9. Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause
  10. Das Recht auf Betreuung bei Behinderung

Mehr Infos zum Thema:
Link zur UN-Kinderrechtskonvention

Link zu „Kinderhabenrechte.at“

Hier geht’s zum Hörbuch „Du hast Recht!“ von UNICEF

Kinderarmut – eine Schande für Deutschland!

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