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What’s up, Mr. President???

Samstag, September 9, 2006

9/11, Irak-Krieg, Iran-Krise.

(Foto: flickr)

Wer am lautesten schreit, muss nicht immer Recht haben. Sagt ein altes Sprichwort.

Präsident Bush schrie nach den Angriffen des 11.September 2001 laut und suchte natürlich den Feind. Dass jener Osama Bin Laden hieß und Chef der afghanischen Terrororganisation Al-Quaida ist, war klar – schließlich bekannte sich dieser voller Stolz zum gelungenen Attentat. Doch war er nicht zu finden. Und ist es bis heute nicht.

George W. Bush weitete darauf hin seinen Feldzug gegen den Terror aus. Der irakische Diktator Saddam Hussein wurde zum Verbündeten der Al-Quaida ernannt und zur Hauptzielscheibe der Terrorbekämpfung. Was viele wunderte: Gründe nannte der Präsident viele, Beweise aber hatte er keine.

Dennoch passierte danach Vieles, auch wenn es Viele nicht verstanden. Ein Irak-Krieg zum Beispiel. Auch hierfür führte US-Präsident George W. Bush bedeutende Gründe heran, die jetzt von höchster amerikanischer Stelle widerlegt wurden: der US-Senat hat seine langjährige Untersuchung zum Irak-Krieg abgeschlossen und belegt, dass Saddam Hussein weder Verbindungen zur Al-Quaida pflegte noch ein eigenes Atomwaffenprogramm verfolgte.
Damit ist der amerikanische Angriff auf den Irak im Jahre 2003 komplett in Frage gestellt. Ebenso US-Präsident Bush.

Präsident im Alleingang?

Doch der Ruf des Mr. President ist mittlerweile ohnehin ruiniert.

Selbst eigene Parteigenossen fragten sich jüngst in der Öffentlichkeit, ob George W. Bush noch Glaubwürdig sei. Die Liste der bisweilen rechtswidrigen Vorgangsweisen des Präsidenten ist lang geworden, oft scheint es, als lebe und handle der Präsident nach eigenen Gesetzen. Als führe er den Kampf gegen den Terror im Alleingang, setzt er sich über Rechte des eigenen Volkes hinweg. Mehrfach wurde Bush dafür in die Schranken gewiesen. Zum Beispiel bezüglich des „Patriot Acts“.
Die Gesetze des „Patriot Act“ gibt es seit den Terroranschlägen am 11. September. Sie geben den amerikanischen Behörden mehr Freiheiten bei den Ermittlungen zur Terrorbekämpfung. Da sie aber auch gegen die Freiheit der Bürgerrechte verstoßen, sind sie seit ihrer Verabschiedung in der Kritik. Kritiker wiesen vor allem darauf hin, dass der Patriot Act eine ungeheure Machtfülle für den Präsidenten bedeute. Wenn dieser die Sicherheit der USA gefährdet sieht, kann er sich über viele Gesetze hinwegsetzen. Daher sind Änderungen des Patriots Act in Kraft treten, die den Präsidenten in seiner Anti-Terror-Bekämpfung etwas einschränken.
Auch das Terrorgefängnis ‚Guantanamo‘ aud Kuba steht immer wieder in der Kritik, da die US-Regierung damit gegen die internationalen Menschenrechte verstößt.
Was heute tatsächlich hinter den Kulissen dieser US-Regierung passiert, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis.

Anti-Terror oder Eigen-Interessen?

Ohne Frage: das islamistische Terror-Attentat vom 11.September 2001, bei dem das World Trade Center in New York durch Flugzeuge bombardiert wurde und bei seinem Einsturz tausende unschuldige Menschen unter sich begrub, ist die wohl heimtückischste Art, seinen Feind anzugreifen und auf das Schärfste zu verurteilen. Al-Quadia, die afghanische Terrororganisation unter Osama Bin Laden, zeichnete sich dennoch stolz dafür verantwortlich. Bin Laden demonstrierte dem Westen seine Verletzlichkeit. Und dem Erzfeind George W. Bush seine Stärke.

Seit dem ist nichts mehr, wie es vorher war.
George Bush sucht im Kampf gegen den Terror international nach dem Feind. Das ist berechtigt für einen Regierungschef, dessen Nation angegriffen wurde. Doch es berechtigt nicht zu Entscheidungen zum Zwecke eigener wirtschaftlicher Interessen oder gar zur Unwahrheit.
Wenn es so ist, dass Diktator Hussein gar kein Verbündeter der Al-Quaida war, sondern im Gegenteil sogar mißtrauisch gegenüber dieser Organisation eingestellt war, wie es der US-Senat nun berichtet; wenn es so ist, dass die irakische Führung weder ein aktives Atomprogramm noch ein Labor zur Herstellung biologischer Waffen – warum nur hat die Regierung Bush dann „Hinweise ‚ausgewählt, übertrieben oder verschwiegen‘, um ihre Entscheidung zum Krieg gegen den Irak zu rechtfertigen“ (Der Spiegel)?
Hier kann nur Vermutet werden.

Und man vermutet etwa: Gründe lägen in der geplanten (und durch den Irak bereits vollzogenen) Umstellung der OPEC-Staaten (Organisation erdölexportierender Länder) vom Dollar auf den Euro.

Die OPEC–Mitgliedstaaten (u.a. Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien) fördern etwa 40 % der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Eine eigene Ölbörse, in der mit Euro statt mit Dollar gehandelt würde, würde die amerikanische Wirtschaft enorm gefährden. Die Amerikaner würden ihre beste Einnahmequelle verlieren. „Weil alle diejenigen, die Erdöl brauchen (also so gut wie alle Völker) dieses in Dollar zahlen müssen, können die USA Dollar drucken, wie viel sie wollen, ohne Gefahr einer Inflation oder Entwertung ihrer Währung“, berichtet unter anderem P.M.

Da auch der Iran plant, seinen Ölhandel in Euro umzustellen, gehen viele davon aus, dass die aktuelle Irak-Krise um die Atomfrage und der enorme Druck der USA gegen den Iran ebenfalls auf den wirtschaftlichen Interessen der USA basieren könnte.

Fünf Jahre nach dem 11. September nimmt die Kritik an George Bush und seinem Regierungsstil deutlich zu. Nicht nur das amerikanische Volk, auch die Europäer distanzieren sich zunehmend vom Präsidenten. Seine Außenpolitik wird mittlerweile von 85 Prozent der Deutschen abgelehnt.

©Der Kinder Kurier (Tanja Taube)

Mehr zum Thema:

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Der Kinder Kurier-Podcast: „Cowboys in Gefahr?“

Der Kinder Kurier-PodBlog: „Was man über Terror wissen sollte?“

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