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Der Zug nach Tibet

Freitag, August 18, 2006

Tibet ist ein unabhängiger Staat, der 1949 illegal von der Volksrepublik China besetzt wurde.

Nun wurde Tibet durch China in eine neue Ärä gestossen. Einst über Wege schwer erreichbar, steht Tibet nun dem Rest der Welt offen: Seit dem 1. Juli fährt der „Tibet-Express“ von Chinas Hauptstsdt Peking aus auf das Dach der Welt. Tibet ist die höchste Region der Erde. Die Fahrt führt in 4000m Höhe durch den Himalaya bis nach Lhasa, der Hauptstadt Tibets.

Das tibetanische Volk fürchtet erneut um seine traditionsreiche Kultur und Gesellschaft. Die Dominanz Chinas schreitet erneut voran und gefährdet die eigene Lebensart der Tibetaner. Ebenso ihren Glauben, den Buddhismus, den sie seit der Besetzung Chinas unterdrücken müssen.

Ausgedacht hat sich den Zug Mao Tse -Tung, der ehemalige „Große Vorsitzende“ der Kommunistischen Partei Chinas. Er lebte von 1893 bis 1976. In den 70-er Jahren startete er das Mammutprojekt, das jedoch erst 2001 wieder aufgenommen wurde.

Nun rollt der Zug in nur 48 Stunden von Peking nach Lhasa. Seit dem 1. Juli sollen rund 70.000 Chinesen und andere Besucher damit nach Tibet gekommen sein. Kein Wunder, der Preis des billigsten Tickets kostet umgerechnet gerade mal 40 Euro. Die Waggons sind mit Sauerstoffmasken ausgerüstet, denn in der Höhe von bis zu 5072m Metern, die die Bahn am höchsten Punkt im Himalaya erreicht, ist der Sauerstoffgehalt in der Luft nur halb so hoch wie auf dem Flachland. Viele Passagiere erleiden während der Fahrt einen Höhenkoller mit Kopfweh und Übelkeit.

China feiert die neue Bahnstrecke als große Errungenschaft. Die Tibetaner sind skeptisch, sie befürchten dass sich die Macht ihrer Besatzer ausweitet und viele rufen zum Boykott der Bahn auf. Schon jetzt leben in Lhasa, der Hauptstadt Tibets, mehr Chinesen als Tibeter. Man fürchtet, dass mit dem Zug noch mehr Chinesen ins Land übersiedeln werden. Der Dalai Lama riet seinen Landsleuten, erst einmal abzuwarten, da sie vielleicht auch Vorteile für das Volk bringe.
Bislang sind viele Sicherheitsmängel an der Bahnstrecke bekannt geworden: Der gefrorene Boden, über den die Trasse teilweise führt, könnte durch die globale Erwärmung aufweichen und die Trasse könnte dann irgendwann absacken. Zudem gibt es Risse an Brücken.

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