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Bush fordert Kubaner zur Revolte auf

Freitag, August 4, 2006

Man kann über Kuba und Fidel Castro vieles denken: der kommunistische Diktator regiert sein Volk unermüdlich seit 47 Jahren, die Kommunistische Partei Kubas läßt keinen ihrer Bürger freiwillig von der Insel, weshalb immer wieder viele versuchen, zu flüchten. Eine eigene Meinung zur Regierung darf man als Kubaner nicht äußern – es sei denn, sie ist gut. Privateigentum gibt es nicht, auch keine Marktwirtschaft. Alles gehört dem Staat und der Staat sorgt für alle.
Dennoch sind die Kubaner ein außerordentlich fröhliches Volk, das das Feiern ebenso liebt wie die Musik und dessen Menschen wie in keinem anderen Land weit über 100 Jahre alt werden.

Vielleicht ist man glücklicher, wenn man selbst nichts hat und nicht viel bekommt, anstatt danach zu Streben, Reichtum anzusammeln, um möglichst viel kaufen zu können. Fakt ist: das Recht auf Arbeit und Bildung, das Recht auf Teilhabe am nationalen Wohlstand und das Recht auf medizinische und soziale Versorgung wird von der kubanischen Regierung umfangreicher als in anderen Ländern realisiert.

Anfang der Woche nun meldete sich Diktator Castro zum ersten Male in der Geschichte seiner Regierungszeit seit 1959 krank. Eine anstehende Darm-Opperation zwang ihn dazu, die Regierungsgeschäfte vorrübergehend an seinen jüngeren Bruder Raúl abzugeben.

Diese ‚Gunst der Stunde‘ ermunterte nun den Erzfeind George W. Bush dazu, die Kubaner zum Sturz ihrer Regierung aufzufordern.

Ist DAS denn auch noch nötig, Mr. President???

Demokratie ist, wie wir wissen, das oberste Ziel der amerikanischen Weltmission.

Um auch Kuba den Weg dorthin zu ermöglichen, haben die USA in den letzten vier Jahrzehnten nichts unversucht gelassen, um das Regime um Fidel Castro zu schwächen oder zu stürzen. Gespräche mit Castro gibt es nicht, denn mit Diktatoren setzen sich die Amerikaner nicht an einen Tisch.

George Bush teilte dem kubanischen Volk nun in einer öffentlichen Rede mit, dass Amerika ihm sämtliche Unterstützung gewähre, wenn es sich jetzt gegen das Regime Fidel Castros auflehne. „Den Demokratischen Wandel in Kuba vorantreiben“, nennt er das. Die USA seien „absolut verpflichtet, die Sehnsucht des kubanischen Volkes nach Demokratie und Freiheit zu unterstützen“, so Bush.

„Wir ermutigen das kubanische Volk, die Sache (der Demokratie) voranzutreiben, in Kuba zu bleiben und für einen positiven Wandel zu arbeiten“, fügte ein amerikanischer Sprecher des Außenamtes hinzu. Die Kubaner sollten wissen, dass sie „keinen größeren Freund als die USA haben“.

Dazu schreibt die Süddeutsche Zeitung:

„Öffentlich mag Bush das Banner der Freiheit schwenken und – wie erst vor drei Wochen – 80 Millionen Dollar für die kubanische Opposition bereitstellen. Aber gleichzeitig macht die US-Ölindustrie Druck, um jüngst entdeckte Ölfelder vor Kubas Küste zu erschließen.

Und in den Schubladen des Außenministeriums liegen Szenarien, die eine neue Kuba-Krise ausmalen: Ein zu plötzlicher regime change (Regimewechsel) droht die Insel ins Chaos zu stürzen. Das könnte eine Flutwelle überaus unwillkommener Immigranten in Barken und Booten vor Floridas Stränden auslösen. An dieser Variante von Liberty hegt Washington kein Interesse.“
Wieder einmal zettelt der Regierungschef Amerikas also Ärger für die eigenen Zwecke an.

Auf Kuba indes gab es zahlreiche Solidaritätsveranstaltungen für die Genesung des 80-jährigen Regierungschefs.

Ärger gibt es schon genug auf der Welt, Mr. Bush.

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