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Was sind eigentlich ‚No-go-Areas‘?

Dienstag, Juni 6, 2006

Seit dem Überfall in Potsdam, bei dem ein Deutscher mit schwarzer Hautfarbe brutal zusammengeschlagen wurde, spricht man von ihnen.

Nicht-hingeh-Gebiete, könnte man übersetzen. Orte, um die man also, wenn man anders oder 'ausländisch' aussieht, besser einen großen Bogen macht. Aber wo sind die, diese Orte? Die Antwort lautet: überall. Leider.Zwar will man immer wieder auf den Osten Deutschlands verweisen und als Grund die dort weit höhere Arbeitslosigkeit nennen. Doch ein Hass auf Ausländer, selbst, wenn diese gar keine mehr sind, weitet sich gerade schleichend über das ganze Land aus. Der Frust von Schwachen, so ist zu lesen, wird an noch Schwächeren abreagiert. Nach einem Arbeitslosen kommt eben der Ausländer.

Der nimmt die Arbeit weg. Und wenn er nicht arbeitet, ist er faul und liegt dem Staat auf der Tasche. So einfach ist das. Nein, so einfach ist das gar nicht.

In Gebieten, in denen die Arbeitslosigkeit sehr hoch ist, ist der Anteil Rechtsradikaler ebenfalls hoch. Das sind die 'No-go-Areas'. Das hört sich fast hip an, Englisch wirkt immer leicht cool und dieses Wort klingt irgendwie nach Straßenkampf, so wie in den Ghettos in den USA. So wie im Hip Hop.
Das ist aber nicht cool, sondern eine Schande. Denn das ist gefährlich.

Denn niemand kann wissen, wo so eine 'No-go-Area' ist. Es gibt sie gar nicht. Sie kann überall sein. "Wo die No-Go-Areas sind, weiß man immer erst hinterher", schreibt Die Zeit.

Darum sollten wir alles tun, damit dieser Begriff schnell wieder verschwindet.

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One Response to “Was sind eigentlich ‚No-go-Areas‘?”

  1. Thomas Bauer Says:

    Ein wirklich interessanter Denkansatz – so habe ich das noch nicht gesehen.

    Aber natürlich hast Du Recht – die gedankliche oder verbale Fokussierung auf einzelne Regionen verführt schnell dazu, zu denken, im Rest von Deutschland sei ja alles ganz easy und normal.

    Und das ist es eben nicht – Rassismus und Ausländerfeindlichkeit gibt es überall, jeden Tag und wenn auch in geringem Umfang bei fast jedem. Auch wenn das peinlich ist – wenn ich über Polen nachdenke, fällt mir immer zuerst Autodiebstahl ein.

    Natürlich weiß ich, daß das Unsinn ist – die allermeisten Polen haben mit Autodiebstahl soviel zu tun wie ich – nämlich nichts.

    Dieses latent vorhandene Gedanken“gut“ ( das Wort Gedankenschlecht gibt es ja leider nicht ) macht es den unsäglichen Gruppierungen wie DVU, REP und vor allem der NPD relativ leicht, ihr eigenes politisches Süppchen auf den letztlich unbegründeten Ängsten und Vorurteilen der Menschen zu kochen.

    Wer hätte nicht mal gehört, daß Ausländer uns die Arbeitsplätze wegnehmen – und das klingt ja auch irgendwo logisch, solange man vergißt, daß Ausländer hierzulande auch Arbeit schaffen, nicht nur als Selbständige sondern auch als Konsumenten, daß Ausländer vor allem in der Vergangenheit, aber auch heute noch, Arbeiten ausführen, für die sich viele Deutsche zu schade sind.

    Stichwort Erntehelfer – ist es nicht widersinnig, daß wir über einen Mangel an Arbeitsplätzen klagen, Landwirte aber andererseits über Quoten gezwungen werden müssen, mindestens 10 % deutsche Erntehelfer einzustellen, die sie dann nicht finden … oder die, wenn sie sie doch gefunden haben, binnen 2 Tagen einen Krankenschein präsentieren ?

    Sicher ist das harte Arbeit und sicher wird sie nicht besonders gut bezahlt – wie sollte sie auch, wenn der deutsche Konsument im Supermarkt für einen Salatkopf natürlich nicht mehr als 49 Cent bezahlt. Man ist ja nicht blöd.

    Kurzum – es ist lange nicht in den Köpfen angekommen, daß es letztlich keine Ausländer gibt, sondern nur Menschen. Menschen, die nur aus Zufall in der ein oder anderen Region der Welt geboren wurden – ohne jegliches Verschulden, ohne jeglichen persönlichen Verdienst – geboren zudem in Staaten, die nur auf Grund von Zufällen oder Kriegen in den Grenzen exisieren, in denen sie es tun.

    Besonders lustig finde ich es, wenn die NPD von der Reinheit der deutschen Rasse spricht… sorry, aber gerade hier – wie in ganz Europa – ist in nicht allzu ferner Vergangeheit so ziemlich jedes europäische Volk durchgezogen und hat sich fleissig mit Einheimischen … hm, wie sage ich das jetzt … Ihr wißt schon.

    Mal abgesehen davon, daß es bei Menschen nach aktuellem Stand der Wissenschaft ohnehin keine Rassen gibt. Es gibt genetische Unterschiede von bis zu 25 % … aber zum Leidwesen der Rassentheoretiker sind die Unterschiede innerhalb einer Bevölkerungsgruppe erheblich höher als zum Beispiel zwischen Deutschen und Schwarzafrikanern. Blöd gelaufen, irgendwie 🙂

    Also – laßt Euch in den Unsinn der Extrem-Rechten nicht reinziehen … außer Halb- und Unwahrheiten haben die nichts anzubieten. Schon mal gar nicht die Lösung für die unbestreitbar vorhandenen Probleme unseres Landes.


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