Home

Leitkultur

Dienstag, Mai 16, 2006

Um den Begriff der Leitkultur streitet man sich, seitdem es ihn gibt.

Es geht dabei um die Eingliederung von Einwanderern in ein anderes Land. Jeder Einwanderer bringt seine eigene Kultur mit. Und die Frage lautet: Wie viel davon darf er im fremden Land behalten und ausleben? Und wie sehr muss er sich der fremden Kultur, in der er dann lebt, anpassen?

Es geht darum, eine Einigkeit bezüglich der Werte herzustellen, nach denen Fremde und Einheimische gemeinsam leben sollen. Im Westen ist man sich darüber einig: Wer in unsere Länder kommt, um hier zu leben, der muss sich an moderne Werte halten. Diese lauten: Die Vernunft hat Vorrang vor der Religion, es gibt eine Demokratie, in der Politik und Religion voneinander getrennt sind, alle leben friedlich nebeneinander und gehen tolerant miteinander um. Man meint, damit aus der Vielfalt eine Einheit machen zu können.

Aber viele Einwanderer sehen darin eine zu große Forderung nach Anpassung. Seit dem Streit um die Mohammed-Karikaturen spricht man wieder vermehrt um die Leitkultur. Man meint, es müsse stärker geklärt werden, was genau die Grundlagen des Zusammenlebens verschiedener Kulturen sind. Denn nur so kann sich ja auch jeder daran halten. Und man könne eben auch genau klären, wer dagegen verstöße.

Leitkultur bedeutet also soviel wie ein Leitfaden in einer multikulturellen Gesellschaft, an dem sich jeder, der in ihr lebt, orientieren kann.

Advertisements

One Response to “Leitkultur”

  1. Thomas Bauer Says:

    Das mit der Leitkultur ist so eine Sache …

    Natürlich haben wir nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, für unser Land Grundsätze des Zusammenlebens zu definieren, Sachen festzulegen, die wir einfach nicht akzeptieren ( können ) … Zwangsehen, Beschneidung von Mädchen, Ehrenmorde und vieles andere.

    Leider aber wird diese Leitkultur auch von der rechten Szene freudig aufgegriffen – wenngleich das, was die wollen, noch etwas mit Leit aber sicher nicht mit Kultur zu tun hat.

    Insoweit empfinde ich die undifferenzierte Art, mit der sich die aus meiner Sicht absolut schreckliche Frau von der Leyen der Thematik angenommen hat, als völlig neben der Spur.

    Da wird eine Gesprächsrunde einberufen, um Fragen der künftigen Leitkultur zu besprechen, im Sinne eines besseren Miteinanders – toll. Blöd bloß, daß man vergessen hat, auch Vertreter der immerhin rund 8 Millionen Muslime einzuladen, von anderen Religioenn mal ganz zu schweigen.

    Nein, nein – unsere Leitkultur hat natürlich christlich zu sein. Am besten wohl noch katholisch.

    Und so funktioniert es eben nicht.

    Unsere Kultur hat natürlich über die Jahrhunderte auch was mit Religion zu tun und unbestritten sind die Verdienste der christlichen Kirchen im sozialen Bereich ( die Mißgriffe wie die Inquisition oder die Kreuzzüge vergesse ich an der Stelle mal ).

    Andererseits sind die anderen Religionen auch nicht per se Teufels Werk – gerade der Islam ist grundsätzlich eine sehr friedliche Religion, daß Fanatiker daraus was anderes machen, dafür kann die Theorie nichts.

    Leitkultur kann sich in einem Land, in dem nicht wenige Ausländer dauerhaft und in aller Regel durchaus friedlich leben, nicht an Religionen orientieren – es muß um einige wenige – aber für jeden verbindliche – allgemeine Grundwerte gehen.

    Anderenfalls erreicht man genau das Gegenteil dessen, was man zu wollen vorgibt – Ausgrenzung statt Integration. Mit den bekannten Folgen – Ghettobildung und Kriminalität.

    Also: Leitkultur ja – unbedingt.

    Aber auf Grundlage unseres Grundgesetzes und nicht auf Grundlage irgeneiner Religion.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: