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Nach dem schrecklichen Amoklauf des Schülers in Emsdetten sucht man nach den Ursachen für die Tat.

Der 18-jährige Schüler hatte seinen Angriff auf die Schule geplant. Das geht aus seinem Abschiedsbrief hervor und aus der Tatsache, dass er für das Computerspiel „Counter Strike“ eine eigene Kulisse programmierte, dessen Vorlage die Realschule war.

Nun stellt sich die Frage, ob der Schüler wegen des Konsums des umstrittenen Ballerspiels oder durch gesellschaftliche Vernachlässigung durchdrehte.

„Counter Strike“ hat trotz seines barbarischen Inhalts eine große Fangemeinde. Oder gerade deshalb. Was genau toll daran ist, am Bildschirm menschenähnliche Wesen oder Menschen umzubringen, übersteigt meinen Horizont. Ich verstehe niemanden, der daran Spaß hat.

In dem Spiel geht es darum, dass eine Antiterroreinheit eine Terroristengruppe ausschalten muss. Punkte gibt es für jeden erschossenen oder auf andere Art umgebrachten Terroristen. Einzelne Spieler müssen bei „Counter Strike“ im Team spielen, um zu gewinnen. Die Kommunikation zwischen den Spielern steht im Vordergrund. Headsets oder Mikrofone machen es möglich, dass Spiel online über das Internet zu spielen. Das Waffenarsenal der Spieler besteht aus einem Messer, einer Hauptwaffe, einer Pistole und Granaten. „Counter Strike“ gilt als Killerspiel. ‘Killer’ und ‘Spiel’ – eigentlich ein Widerspruch in sich.

Da der Schüler aus Emsdetten dieses Spiel über mehrere Jahre spielte und nun seinen Angriff anhand dieses Spieles plante, sieht man hierin eine mögliche Ursache für seinen Amoklauf. Man fragt sich, inwieweit solche Spiele Agressionen schüren. Mitglieder verschiedener Computerspiel-Foren wehren sich allerdings gegen diesen Vorwurf. Sie meinen, jeder könne Spiel und Wirklichkeit voneinander unterscheiden.

In seinem Abschiedsbrief, den der 18-jährige ebenfalls im Internet veröffentlicht hatte, läßt er allerdings seinem Frust über die Gesellschaft freien Lauf. Er erklärt sein Leben als sinnlos, sieht sich eingeengt und bevormundet und vor allem ausgegrenzt. Er beschreibt sich als Verlierer und gibt dafür seinen ehemaligen Lehrern und Mitschülern die Schuld, die aus seiner Sicht nur Menschen akzeptieren, die sich anpassen und teure Statussymbole wie Klamotten oder Handys an sich haben.

Der Schüler fühlte sich zutiefst gedemütigt.

Was also muss getan werden, um eine schlimme Tat wie diese zu verhindern:

Sollten Killerspiele auf den Index?

Oder müssen wir, die Gesellschaft, uns alle hinterfragen?

Schreibt eure Meinung!